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Aus unserer Schule

 

Der Spickzettel-Report - Von „Fresszetteln“, „Wundermachern“ und dem Arbeitsalltag der Schüler

Der Spickzettel-Report - Von „Fresszetteln“, „Wundermachern“ und dem Arbeitsalltag der Schüler

Der Spickzettel - in so mancher Arbeit soll er ja bereits Wunder gewirkt haben. Wenn der Lehrer ihn allerdings findet, kann er auch zum totalen Flop werden. f79-Reporter Noah Baumann hat nach seinen Vor- und Nachteilen gesucht und sich in seiner Schule mal umgehört, was für Spickzettel es gibt und welche Erfahrungen Lehrer und Schüler mit den „kleinen Helfern“ gemacht haben.

 
 

Fresszettel oder SMS?

„Klar!“ oder „Auf keinen Fall!“ - die Schüler der Max-Planck-Realschule in Bad Krozingen sind geteilter Meinung, wenn es um die kleinen Fresszettel geht. Wer einen benutzt, erhofft sich vor allem eine Notenverbesserung, seine Gegner erwähnen gerne das Risiko erwischt zu werden. Fest steht, es gibt sie in den verschiedensten Variationen: Von unter dem Tisch befestigte Postkarten zum Umklappen über einen auf den Schuh gekritzelten Text bis hin zum eingetippten Text auf dem Handy. Der traditionellste Spickzettel ist aber immer noch das schlichte, abgerissene Blatt Papier, das meistens noch fünf Minuten vor der Arbeit beschrieben wird. Und genau so wenig aufwendig wie seine Erstellung ist dann zumeist auch die Entsorgung: Am Ende landen die etwas anderen Glücksbringer normalerweise im Müll.

Lernen oder spicken?

„Da gehören sie auch hin“, findet Schülerin Charlotte Kiefer* aus der achten Klasse der Realschule Bad Krozingen – sie lernt lieber statt zu spicken. Für Max Friedrich* aus der neunten Klasse gehören die „Wundermacher“ hingegen zum Arbeitsalltag: „Ich bin noch nie erwischt worden und habe auch noch nie erlebt, dass ein Mitschüler erwischt wurde.“ Charlotte findet, „wer lernt muss das Risiko erst gar nicht eingehen.“ Max benutzt nicht in allen Fächern Spickzettel, in Deutsch und Physik seien sie keine große Hilfe, „am nützlichsten sind sie in Englisch bei Vokabeltests.“

Dumm & raffiniert zugleich

Frank Armbruster war früher Lehrer am Theodor-Heuß-Gymnasium. Als solcher hat auch er seine Erfahrungen mit Spickzetteln gemacht – allerdings von der Gegenseite. Er erinnert sich an einen besonders einfallsreichen Spicker: Ein Schüler hatte die Lösungen per Mp3-Player aufgenommen und sie sich während der Arbeit angehört. Leider war der Player so laut, dass man es im Leisen Klassenzimmer hörte und Armbruster nur noch raten musste, wer den „Laut-Lösungs-Vorsager“ hat. Diesen Namen hatte der einfallsreiche Schüler seinem Spickzettel gegeben.

Auch schlechte Noten können nicht abschrecken

Wer erwischt wird, muss natürlich auch die Folgen tragen – und die sind meist weniger witzig als dieser Report vermuten lässt: Eine Sechs als Note ist einfach ein totaler Flop. Dennoch wird der favorisierte gute alte Fresszettel und seine innovativen Geschwister wohl nie ganz aus den Klassenzimmern verschwinden.

*Schülernamen auf Wunsch geändert

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